Probleme beim wasserlassen mann medikamente

Eine weitere Ursache für Miktionsstörungen: die Operation eines Prostatakarzinoms. Nach dem Entfernen eines Krebsgeschwürs an der Vorsteherdrüse ist der Operierte sehr oft inkontinent und verliert bei Druck auf die Blase Urin, etwa beim Lachen, Husten oder Tragen schwerer Lasten. Jedoch bleibt so eine Belastungsinkontinenz nur selten auf Dauer bestehen. Ein Kontinenztraining, zum Beispiel ein Blasentraining, kann den Urinabgang meistens stoppen.

Bei Prostatakrebs spielt das Alter ebenfalls eine Rolle. Über 80% aller Männer, bei denen Ärzte ein Prostatakarzinom diagnostizieren, sind älter als 60 Jahre. Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt zwischen dem 50. und 85. Lebensjahr bis auf das 40-fache an, berichtet die Deutsche Krebsgesellschaft.

Mit dem Alter nehmen Probleme beim Wasserlassen zu. Manche Männer müssen ständig Wasser lassen, andere verspüren Harndrang und „können“ aber nicht. Mediziner nennen solche Schwierigkeiten beim Urinieren Miktionsstörungen.

Inkontinenz ist ein Tabuthema – leider! Denn in den meisten Fällen lässt sie sich vollständig beheben

Die am weitesten verbreitete Veränderung der Prostata bei Männern ab Mitte 50 ist jedoch, dass sie wächst, bis sie die Harnröhre so weit verengt, dass die Funktion der Blase beeinträchtigt wird. So eine gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH genannt) ist ungefährlich. Sie bewirkt aber Probleme beim Wasserlassen, kann zu einer Inkontinenz führen und begünstigt Entzündungen der Harnwege sowie Blasensteine.

Mit den Lebensjahren steigt auch das Risiko für einen Bandscheibenvorfall. Er kann ebenfalls für Miktionsstörungen verantwortlich sein. Typische Anzeichen sind, dass der Mann seine Blase nicht komplett entleeren kann und immer etwas Restharn zurückbleibt.

Heutzutage wird deutlich mehr Männern die Prostata entfernt (Prostatektomie). Die Zahl habe sich in den vergangenen 20 Jahren etwa verzehnfacht, schätzt Schultz-Lampel. Das sei eine Folge der Früherkennung und verbesserter Operationsmethoden, urteilt die Urologin. In einem frühen Stadium lasse sich Prostatakrebs durch eine radikale Prostatektomie gut behandeln.

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Ein Aspekt ragt jedoch heraus: "Bei den meisten Männern rühren Miktionsstörungen von der Prostata her. Dabei muss es sich nicht unbedingt um eine Vergrößerung handeln, schuld kann auch eine andere Veränderung sein, beispielsweise eine Verengung des Blasenhalses", berichtet Dr. Daniela Schultz-Lampel. Hinzu trete oft eine "Drangproblematik", sagt die Urologin und erklärt die Anzeichen: "Ein Mann muss dann sehr oft auf die Toilette, eventuell auch nachts. Häufig verliert er zwanghaft Urin, kann die Blase aber zugleich nicht vollständig entleeren. Beim Wasserlassen verzögert sich der Start und der Harn tröpfelt bloß, das Urinieren dauert länger als früher und die Blase lässt sich nicht komplett entleeren."