Chronische gastritis therapie

Eine Gastritis vom Typ A lässt sich nicht ursächlich behandeln. Hier ist es von Bedeutung, bei krankheitsbedingtem Mangel eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 zu gewährleisten. Je nach Schweregrad der Entzündung erhalten die Patienten Medikamente, welche die Magensäureproduktion reduzieren. Am effektivsten sind hier die bereits erwähnten Protonenpumpenhemmer (auch: Protonenpumpeninhibitoren, PPI).

Diese Form der Magenschleimhautentzündung gehört zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Das bedeutet, dass das Immunsystem fälschlicherweise Abwehrsubstanzen gegen körpereigenes Gewebe bildet. Bei der Typ-A-Gastritis richten sich diese Autoantikörper gegen jene Drüsenzellen der Magenschleimhaut, die den Magensaft produzieren (Belegzellen).

Mit einem Anteil von über 80 Prozent ist die Typ-B-Gastritis die mit Abstand häufigste chronische Magenschleimhautentzündung. Verursacht wird sie durch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Dieser Keim wird durch fäkal-orale Übertragung von Mensch zu Mensch übertragen – also etwa durch den Verzehr von Lebensmitteln, die mit Kot kontaminiert sind, oder durch solcherart verunreinigtes Trinkwasser. Im Magen besiedelt Helicobacter pylori zunächst den unteren Abschnitt vor dem Magenpförtner, das sogenannte Antrum. Von dort können sich die Bakterien im Lauf der Zeit ausbreiten und letztlich im gesamten Magen zur Entzündung der Schleimhaut führen (Pangastritis).

Dr. med. Lisa Demel

Die chronische Gastritis zählt bei Menschen höheren Alters zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Es wird angenommen, dass in den westlichen Industrienationen beinahe die Hälfte der über 50-Jährigen von einer chronischen Gastritis betroffen ist. Allerdings sind viele dieser Patientinnen und Patienten vollkommen beschwerdefrei. Die Magenschleimhautentzündung wird dann häufig nur durch Zufall entdeckt.

Bei der chronischen Gastritis werden in Abhängigkeit von den Ursachen die folgenden drei Hauptformen unterschieden:

Problematisch ist, dass die Helicobacter-Gastritis zu einer Reihe von teils schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen kann. So ist etwa das Magengeschwür (Ulcus ventriculi) sehr oft mit einer Helicobacter-Infektion assoziiert. Darüber hinaus gilt der Keim als Risikofaktor für eine Erkrankung an Magenkrebs.

Das wichtigste Behandlungsverfahren bei einer Typ-B-Gastritis ist die sogenannte Eradikationstherapie. Dabei nehmen die Patienten über einen gewissen Zeitraum eine Kombination aus zwei verschiedenen Antibiotika (z.B. Clarithromycin und Amoxicillin bzw. Metronidazol) und einem Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol, Pantoprazol oder Esomeprazol) ein. Mithilfe dieser Triple-Therapie lässt sich die Infektion mit Helicobacter pylori in mehr als 90 Prozent der Fälle beseitigen. Ob die Behandlung erfolgreich war, kann einige Wochen später anhand einer Gastroskopie oder eines Atemtests überprüft werden.

Zudem finden sich häufig auch Antikörper gegen den ebenfalls von den Belegzellen hergestellten Intrinsic-Factor, der zur Aufnahme von Vitamin B12 benötigt wird. Infolgedessen kann bei den Betroffenen ein Vitamin-B12-Mangel auftreten, der sich durch Störungen der Blutbildung (perniziöse Anämie), aber auch durch neurologische Symptome äußern kann.

Um Gastritis zu erkennen, wird der Magen daneben mit Ultraschall durchleuchtet, damit andere Ursachen wie etwa Gallensteine ausgeschlossen werden können. Dies genügt in Verbindung mit einer Beschreibung der Symptome meist schon, um eine Diagnose zu fällen.

Die chronische Gastritis entwickelt sich in aller Regel langsam und bleibt nicht selten über lange Zeit ohne Gastritis Symptome, was dazu führt, dass sie häufig vergleichsweise spät diagnostiziert werden kann. Im Zusammenhang mit einem chronischen Verlauf der Magenschleimhautentzündung werden drei unterschiedliche Formen unterschieden.

Schmerzen entstehen bei dem Verfahren keine. Allerdings kann es bei manchen Patienten zu einem Würgereiz kommen. Dagegen wird eine Spritze injiziert, die zu einer kurzen Vollnarkose führt.

Um mögliche Komplikationen (beispielsweise die Bildung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren oder das Entstehen von bösartigen Erkrankungen) zu vermeiden, ist in der Regel zeitnah nach der Diagnose der chronischen Gastritis die an den Ursachen orientierte Therapie einzuleiten. Während beim A-Typ die Behebung des Vitamin B12-Mangels und beim C-Typ die Abstellung der chemisch-toxischen Beeinflussung im Vordergrund stehen, muss beim B-Typ die bakterielle Besiedelung durch den Helicobacter pylori durch eine gezielte Eradikationstherapie – Antibiotika in Kombination mit Säureblocker – behandelt werden.

Die Gastritis ist eine Entzündung der schützenden Magenschleimhaut, die den gesamten Magen von innen auskleidet. In Abhängigkeit von den Ursachen und von der Entstehungs- beziehungsweise Erkrankungsdauer unterscheidet man diverse Formen der Magenschleimhautentzündung, die häufig auch mit unterschiedlichen Gastritis Symptomen verbunden sind.

  • eine den Magen belastende Ernährung (zu fett, zu scharf, zu süß, zu kalt, zu hastig),
  • der übermäßige Konsum von Genussmitteln (Nikotin, Alkohol, Kaffee),
  • die Einnahme bestimmter Medikamenten (zum Beispiel Schmerzmittel, Kortisonpräparate oder im Rahmen von Chemotherapien eingesetzte Zellgifte) in hohen Dosierungen,
  • belastender Stress und
  • erlebte Traumata sowie
  • akute Infektionen des Magen-Darm-Traktes wie beispielsweise der Brechdurchfall (Gastroenteritis).

Einfachere Methoden funktionieren durch eine Stuhlprobe oder einen Atemtest. Es wird dabei dem Patienten ein Getränk verabreicht, in dem sich Harnstoff befindet, der mit dem Kohlenstoff C13 markiert ist. Sofern der Magen tatsächlich Helicobacter pylori aufweist, kommt es zu einer Reaktion zwischen dem Harnstoff und dem Keim. Darauf bildet sich Kohlendioxid, das das C13 enthält. Es strömt dann durch das Blut und wird über die Lunge ausgeschieden. Nun müssen Ärzte nur noch die Atemluft auf Spuren untersuchen. Werden keine gefunden, so scheidet der Körper den Harnstoff wieder über das Urin aus.

Wird angenommen, dass es sich um eine Helicobacter-Infektion handelt, so lässt sie sich über Gewebeproben bei der Magenspiegelung diagnostizieren, indem diese unterm Mikroskop oder mithilfe eines Schnelltests weiter untersucht werden.

  • Die Typ-A-Gastritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der durch eine Fehlfunktion des Immunsystems die sensible Magenschleimhaut von körpereigenen Antikörpern angegriffen wird.
  • Bei der Typ-B-Gastritis sorgen Bakterien vom Typ Helicobacter pylori für eine erhöhte Magensäureproduktion, auf deren Basis es zur Entzündung der Schleimhaut und als Folge unter Umständen zur Bildung von Magengeschwüren und (in seltenen Fällen) auch zum Magenkrebs kommen kann.
  • Die Typ-C-Gastritis entsteht durch den dauerhaften Einfluss von chemischen und/oder toxischen Substanzen, wobei der Rückfluss von Gallensaft in den Magen zu den klassischen Auslösern dieser Art von Gastritis gilt.

S3-Leitlinie „Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit“ der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie. In: AWMF-Register-Nr. 021/001. Erstellungsdatum 2009.

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  • Unabhängig vom Typ gilt bei einer Gastritis immer: Alles, was die Magenschleimhaut reizt, sollte gemieden werden. Dazu gehören das Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum, aber auch sehr scharfes oder sehr heißes Essen. Bei einer stressbedingten Entzündung der Magenschleim können Entspannungstechniken hilfreich sein.

    Bei einer akuten Gastritis setzen die Beschwerden in der Regel plötzlich ein und stehen in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Auslöser – sie treten also beispielsweise nach übermäßigem Alkoholkonsum am Vorabend auf. Typische Symptome sind ein Druckgefühl und teilweise starke Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Aufstoßen und ein unangenehmer Geschmack im Mund. Oft werden die Beschwerden nach dem Essen kurzzeitig besser, um dann mit voriger Heftigkeit zurückzukehren.

    Eine akute, also kurzzeitige Gastritis kann durch zahlreiche Faktoren ausgelöst werden. Häufige Ursache ist etwa der (übermäßige) Konsum von Substanzen, die die Magenschleimhaut reizen. Dazu gehören beispielsweise Nikotin und Alkohol. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente die schützende Schleimhautbarriere des Magens angreifen und so eine akute Gastritis hervorrufen. An erster Stelle zu nennen sind hier Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), deren bekanntester Vertreter die Acetylsalicylsäure (ASS) ist. Weitere mögliche Auslöser der akuten Erkrankungsform sind massive Stress- und Schocksituationen – also etwa schwere Verletzungen und Verbrennungen oder große Operationen.

    Insgesamt handelt es sich bei der Gastritis um ein vielgestaltiges (heterogenes) Krankheitsbild, das in verschiedenen Formen auftreten und diverse Ursachen haben kann. Grundsätzlich unterschieden werden akute Magenschleimhautentzündungen, die rasch auftreten und nach kurzer Zeit wieder abklingen, und chronische Gastritiden, bei denen die Entzündung über einen langen Zeitraum anhält und ohne Behandlung Jahre oder sogar lebenslang bestehen kann.

    Hat jemand Erfahrung mit dieser Krankheit ? Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Chr.

    Eine Typ-A-Gastritis lässt sich nicht ursächlich behandeln. Unter anderem ist es wichtig für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 zu sorgen. Abhängig vom Grad der Entzündung können Medikamente eingesetzt werden, die die Magensäureproduktion reduzieren.

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